KARLSHAMNS KASTELL

Karlshamns Kastells Geschichte ist nicht nur eine Geschichte über eine provisorische Befestigung, die 200 Jahre zu der schwedischen Küstenverteidigung gehörte.

Sie ist auch die Geschichte über die Einverleibung der dänischen Provinz Blekinge in das wachsende schwedische Reich und über das Streb en der herannahenden Großmacht Schweden nach Dominium Maris Baltica - die Herrschaft über die Ostsee.


Der Dreißigjährige Krieg erschütterte Europa und Schweden, zu dieser Zeit ein reiner Militärstaat, zog Nutzen aus diesem, Chaos. Durch den Frieden in Roskilde 1658 wurde die dänische Dominanz über die Ostsee endgültig gebrochen. Nun war die Großmacht Schweden am größten.

 

Blekinge ein Grenzland 

Blekinge war ein Grenzland das ständig von kriegerisch Heimsuchungen bedroht wurde. Sowohl schwedische als auch dänische Armeen zogen verwüstend durch die Provinz.

Die Bauern in dem Grenzgebiet nahmen ungern an den Konflikten teil. Stattdessen schlossen die Grenzbewohner so genannte Bauernfrieden, in denen man versprach, dass der Handel frei i Ute und dass man seinen Herren nicht weiter als bis zur Grenze folgen sollte.

Der Grenzhandel war groß. Wald- und Fleischerzeugnisse, Ochsen und Eisen wurden vom südlichen Småland herunter zu den blekingschen Häfen geführt. In die andere Richtung wurden Salz, Tuch, Getreide, Fisch, Bier und Wein gefördert.

 

Bodekull

Bodekull war zum mindesten seit für dem frühzeitigen 16 Jahrhundert ein lebhaft befahrener Bauernhafen und ein Platz der Schiffsbau geeignet war. Das Hinterland des Ortes streckte sich weit I herauf in Småland und der Handel war groß. Um 1640 herum wurde der so genannte Holländarevägen, der ein wichtiger Handelsweg für das, schwedische Kleineisenzeug im südlichen Småland wurde, angelegt.


"Ich steche so einige Schanzen ab und eine Stadt"

Kaum war die Tinte auf dem Friedensvertrag von Roskilde getrocknet und Karl X Gustav Erik Dahlberg, der zu der Zeit Generalquartiermeisterleutnant war, nach Blekinge und

Bodekull schickte. Nachdem er den Platz, den der König beabsichtigte zum Handelszentrum der Region mit einem Marinehafen und einer Marinewerft zu machen, rekognosziert hatte erhielt er den Befehl in ein paar Wochen "Steche so einige Schanzen ab und eine Stadt, die dort angelegt werden soll

 

Boön

Dahlberg zeichnete die "Alte Schanze" (Gamle Skans) auf Boön und nacheinen Entwurf für eine Schanze auf Ortholmen. Sein Entwurf für Bodekull, Stadtplan ist nicht bewahrt,

aber hat wahrscheinlich zugrunde gelegen für den heutigen einfachen Vierecks plan. Bodekull erhielt seine Stadtrechte 1664 und den Namen Karlshamn 1666. Die

Boönschanze wurde als ein Provisorium im Sommer 1659 von

Tagewerkverpflichteten Menschen aus Asarums Gemeinde errichtet. Zusammen mit Soldaten aus Kalmars Regiment arbeiteten diesen Tag und Nacht Erde zu verfrachteten, Steine zu baxen und Häuser zu Zimmer.

 

Erik Dahlberg

Erik Jönsson, geadelt Dahlberg, gehörte zu denen, die in der neuen Bürokratie in der Großmacht Schweden Karriere machten. Er war Bürokrat und Zeichner, Architekt und Militär. In Großen Kupferstichvolumen verherrlichte er die Großen Taten des Königs

und er gab das Prachtwerk Svecia Antiqua et Hodierna heraus - das ehemalige und jetzige Schweden, in dem die Großmacht abgebildet aber auch verherrlicht wird. Er zeichnete Stadtpläne für zum Beispiel Göteborg, Karlskrona und wahrscheinlich Karlshamn,

zeichnete viele Befestigungen, sowie auch Nutzgebäude und Kir hen.

 

Blekinge besetzt

Nach 1658 wurde das Schwebendem im Skåneland nicht bewusst verbreitet, aber die Menschen merkten doch bald, dass neue Herren herrschten. Für die Bevölkerung wurden die Forderungen von Steuern und Abgaben viel härter und die Vogte gingen Groß zu Werke. Dazu kam ein Rückgang in der Ökonomie und im Wirtschaftsleben.

Als im Juni 1676 eine dänische Armee von 15.000 Mann südlich von Helsingborg landete, fiel es den Menschen in den besetzten Gebieten nicht schwer sich zu entscheiden. Der Schonen-Krieg war eine Tatsache.

 

Frisholmen

Als die Dänen angriffen, sah man ein, dass Boön anderswohin versetzt werden musste. Dahlberg wählte Frisholmen. Während einiger hektischen Sommermonate 1675 wurde eine provisorische Festung gebaut. Zwei Blockhäuser und eine Mauerstreckung mit

vier Kanonenbatterien wurden auf dem nordwestlichen Teil hergerichtet. Das Kastell hat 16 Batterien gehabt. Von diesen waren nur zwei hochgemauert auf Steinen und konnten die schwersten Kanonen tragen. Die übrigen Batterien waren gezimmert. Während

jüngerer Perioden konnte man von diesen nicht schießen, da sie sonst zusammenfallen könnten. Die Größe der Kanonen wurde in Pfund gemessen. Ein Pfund entspricht ungefähr 0,5 kg. Die größten Kanonen von 24 Pfund schleuderten also 12 Kilo schwere

Kugeln und Granaten fort.

Nach dem Friedensschluss 1679 wurden die Wälle verstärkt und während des Großen Nordischen Krieges wurde von der Festung 1717 ein dänischer Angriff gegen Karlshamn zurückgeschlagen. Die Schanze wurde nach einer Periode des Verfalls modernisiert und rund um die Insel herum wurde eine Mauerstrecke gebaut. Urne die Zeit von 1740 war die Insel Kastell völlig ausgebaut und hatte viele Gebäude.

 

Der Schonen- Krieg

1676 wurde Frisholmen nach einer kürzeren Belagerung von den Dänen erobert. Die Festung wurde ein wichtiger Stutzpunkt für Blekinges Freischützen. Das Kriegsglück wendete, wie es ja oft pflegt zu tun. Bald wurden die blekingschen Festungen belagert, und mussten kapitulieren. Die dänischen Soldaten waren zu mörderischen langen Wanderungen gezwungen. Karlshamns Garnison musste bis nach Röros in Norwegen marschieren. Zweidrittel der Soldaten starben unterwegs.


Die Blekinger, die auf den Festungen waren, wurden getöter. Ungefähr hundert wurden in Karlshamn erhängt, erschossen, enthaupter oder zerstuckelt. Johan Gyllenstierna leitete den schhwedischen Siegeszug durch Blekinge und Schonen. Diesen nannte man Eidfordernzug. Injeder Gemeinde mussten nämlich die Menschen ihre Treue zu dem schwedischen König deklareiren. Wurde diese Versicherung nicht unterschrieben, sollte jeder zchnte Gemeindeeinwohner getötet werden.

 

Die Blekinger wurden Schweden

Die letzten zwanzig Jahre im 17 Jahrhundert waren eine ruhige Periode in Schwedens Geschichte. Jetzt widmete man seine Kräfte für den inneren Aufbau und um das Reich zu stärken.

In Blekinge wurde ein bewusster Plan betrieben, die Bevölkerung zum Schwedentum zu bekennen. Alle Beamte sollten schwedisch sprechen. Predigten und Katechismusunterricht wurden auf Schwedisch gehalten, und man dachte besonders an Kinder und

Jugend. Viele schwedische ABC ­ Bucher wurden verbreitet. "Das Ergebnis wurden blekingschen Schweden, wenn auch belastet mit einer gewissen provinziellen Eigenart betreffend Charakter und Dialekt."

 

Der letzte Kommandant

Der letzte Kommandant vom Kastell war Kapitänleutnant Carl Ludvig Carlström. Er regierte die Garnison 1851-64 durch schriftliche Befehle von der Stadt aus zu dem

Garnisonbefehlshaber auf dem Kastell. Die Besatzung bestand aus einer Gefreiten, zwölf Männern vom Regiment und vier Bootsleuten.

Zu dieser Zeit "waren die Häuser verfallen und unterminiert von Ratten. Brennholz und Licht gab es nur während der Zeit oktober-April und auch dann sparsam". Eine unbehagliche Stelle.

Es wurde beschlossen, das Karlshamns Kastell am 31Dezember 1864 abgewickelt werden sollte. Die Garnison hatte da nur noch vier Männern. Einer entfloh und einer starb

kurz vor Neujahr. Der Kommandant und seine zwei Soldaten holten zum letzten Malum 14 Uhr 52 die Flagge nieder. Karlshamns Scharfschützen bliesen einen Parademarsch.

1901 kaufte die Stadt Karlshamn das Kastell und Boön für 25.000 Kronen vom Militär. 

Heute ist Karlshamns Kastell eine vorgeschichtliche Stätte und ist somit laut Kulturdenkmalsgesetzen geschlitzt. Die Bezirksregierung, Karlshamns Kommune und das Museum des Regierungsbezirkes sorgen für die Pflege und Wiederherstellung. Seit Ende des Jahrzehntes 1980 ist ein größeres Wiederherstellung Projekt im Gange.

Zwei ideelle Vereine interessieren sich besonders für das Kastell. Der Castellanerorden mit dem speziellen Interesse für die Geschichte des Kastells und der Lions Club in Karlshamn.

Dieses Interesse des Lions Club hatte zur Folge, dass die Kastellkirche, die 1742 gezeichnet aber nicht errichtet wurde, 1975 gebaut wurde.